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Katja lebt daheim in Pflegefamilie: 22 Jahre, 6 Monate, und 5 Tage

Leben daheim

Mütter schwerstbehinderter Kinder

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Gute Taten, die andere in ihrer Bosheit bloßstellen, werden von diesen in ehrlichster Überzeugung als Bosheit aufgefaßt. — Leo Tolstoi


20.10.08 - Gerhard Lichtenauer - drucken drucken - PDF

Suche Familie

Suche nach einer Familie, Katja landet aber als Baby in einem Säuglingsheim

Katja 3 Monate alt

Katja 3 Monate alt

Nach drei Monaten Überlebenskampf als Frühchen im Krankenhaus kam Katja zur leiblichen Mutter, wo sie dann etwa sechs Monate lebte. Die alleinerziehende, junge Mutter suchte dann von sich aus Unterstützung beim Jugendamt, was sich leider als Fehler entpuppte, denn Hilfe erhielt sie leider nicht in der erhofften und nötigen Weise. Ihr Wunsch war daher eine Pflegefamilie für Katja zu finden.

Katja 9 Monate alt

Katja 9 Monate alt

Nach einer folgenden einmonatigen missglückten Unterbringung Katjas bei einer Pflegefamilie (Vermittlung fälschlich als gesundes Baby!), kam Katja in ein Wiener Säuglings- Pflegeheim. Sowie Katja im Heim landete, hatte die leibliche Mutter keine Chance mehr sie dort rauszuholen, obwohl sie es wollte.

Endstation Heim?

In anderen Bundesländern durfte es schon damals Heime für Säuglinge gar nicht geben, wegen längst erkannter psychischer Schädigungen (Hospitalismus ) durch institutionelle Pflege (ohne fixe Bezugsperson) im Säuglings- und Kleinkindalter.

Säuglingsheim

Säuglingsheim

Spätestens diese “nicht artgerechte Massenhaltung” (was anderes fällt mir zu solchen Abfertigungsstätten nicht ein) gab Katja “den Rest”, nämlich eine schwere psychische Schädigung (Deprivationssyndrom – durch Entzug von Reizen und Zuwendung).

Während der Zeit im Säuglingsheim hatte Katja einen fast völligen Entwicklungs-Stillstand (z.B. kein Kopf-, Zahn- und Haar- Wachstum etc.), also quasi eine völlige Lebensverweigerung (klingt unglaublich, war aber so).

Der Wunsch der Mutter war weiterhin, statt der “Heimverwahr(los)ung”, unbedingt eine Pflegefamilie für Katja zu finden.

Acht Monate (vom 10. bis 18. Lebensmonat) war Katja im “Heim” – viel zu lange – denn gerade in dieser Zeit hätten viele Entwicklungen statt finden können, die aber ausblieben. Die Schädigungen durch den Heimaufenthalt waren fatal.

Katja 18 Monate alt

Katja findet eine Pflegefamilie

Katja fand schließlich Eltern, die für ein Kind da sein wollten, das eine Familie braucht. Doch zuerst mussten noch einige Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Das dauerte leider unnötig zu lange, etwa weitere sechs Monate, nachdem wir uns bereits entschieden hatten, Katja in Pflege zu nehmen. Wertvolle Zeit sich entwickeln zu können, wurde Katja auf diese Weise durch die Inkompetenz der Jugendbehörden geraubt.

Zunächst war da ein “ärztliches” Gutachten im Auftrag des Wiener Jugendamtes, welches Katja als “nicht geeignet für die Aufnahme in eine Familie” als “familienunfähig” abstempelte. Nachdem wir als Pflegestellenwerber durch das Jugendamt Amstetten auch noch psychologisch durchgecheckt wurden (wer tut sich so etwas an?) und man uns seitens der Behörden durch bewusste Verzögerung und manche anderen Tricks davon abzuhalten versuchte, erfolgte dennoch die Aufnahme Katjas als Pflegekind in unsere Familie endlich am 20. November 1989.

Wie Katja dann am liebsten alles auf einmal lernen wollte, lesen Sie hier: “Entwicklungsschub daheim

Letzte Überarbeitung: 18.5.2009

1 Kommentar zu Suche Familie

  • Maria Heidelberg

    Wann wollen sich die Jugendamtsmitarbeiter solidarisieren, um dem ein Ende zu setzen?

    Sie müssen so etwas nicht zulassen, wenn die es nicht wollen? Das liegt allein in ihren Händen, was da geschieht!

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